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konkret mehr Raum! ist die erste gemeinsame Ausstellung der Kunsthalle Osnabrück, des Felix-Nussbaum-Hauses und des Kulturgeschichtlichen Museums. Ortsspezifische Kunstwerke im städtischen Außenraum schaffen eine Verbindung zwischen den drei Ausstellungshäusern.  Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Werk des berühmten Osnabrücker Künstlers und Vertreters der Konkreten Kunst, Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899–1962). konkret mehr Raum! zeigt Werke zeitgenössischer Künstler, die die konkrete Formensprache des 20. Jahrhunderts aufgreifen und weiterentwickeln.  Im Untergeschoss des Felix-Nussbaum-Hauses, welches seit 1998 die Werke des in Osnabrück geborenen und in Ausschwitz ermordeten jüdischen Malers Felix Nussbaum beherbergt, befindet sich auch der sogenannte VG-Raum. Die Vordemberge-Gildewart-Sammlung und die Architektur des renommierten amerikanischen Architekten und Stadtplaners Daniel Libeskind, dessen Formensprache unübersehbar an den Konstruktivismus anknüpft, bilden den Bezugspunkt zur Ausstellung konkret mehr Raum! (www.osnabrueck.de/fnh).

Gläserner Gang zwischen Felix-Nussbaum-Haus und Kulturgeschichtlichem Museum                                                                                                                              Foto: Uwe Lewandowski

Durch einen gläsernen Gang ist das Felix-Nussbaum-Haus mit dem Kulturgeschichtlichen Museum verbunden, welches neben wechselnden Ausstellungen auch „Die Entwicklung Osnabrücks von seinen Anfängen bis zur Gegenwart“ in einer Dauerausstellung zeigt.

Assistentinnen bei der Arbeit an der Wandmalerei                            Foto: Dannielle Tegeder

Im Oberlichtsaal des 1890 errichteten Gebäudes steht die eigens zur Ausstellung konkret mehr Raum! entwickelte Installation der amerikanischen Künstlerin Dannielle Tegeder in deutlichem Kontrast zur neoklassizistischen Architektur (www.osnabrueck.de/kgm).

Kunsthalle 2015 OS

Kunsthalle Osnabrück Foto: Christian Grovermann

Dritter Ausstellungort ist die Kunsthalle Osnabrück, die zu den schönsten – und anspruchsvollsten – Ausstellungsräumen für zeitgenössische Kunst in Norddeutschland zählt. Situiert in einer ehemaligen Dominikanerkirche mit umgebautem Klosterkomplex, ist das von Tageslicht durchflutete Kirchenschiff mit seinen imposanten Ausmaßen und einer Höhe von einundzwanzig Metern für ortsspezifische künstlerische Eingriffe geradezu prädestiniert.

Materialprobe mit Zinn Foto: Susanne Tunn

Während die Künstlerin Susanne Tunn mit ihrem „Schwimmenden Raster“ den Fußboden des Kirchenschiffs in eine Skulptur verwandelt, bricht der Franzose Baptiste Debombourg im benachbarten Kreuzgang das architektonische Gesetz der Rechtwinkligkeit, indem er einen „schiefen Raum“ konstruiert und so dem Betrachter eine gänzlich neue Raumwahrnehmung beschert. Eine ortsspezifische Installation des französischen Künstlers Vincent Ganivet im Innenhof und weitere Werke internationaler Künstler im Kreuzgang komplettieren die Schau (www.osnabrueck.de/kunsthalle). Anknüpfend an den Titel ist die Ausstellungsfläche aber nicht nur auf die genannten Institutionen begrenzt, sondern entfaltet sich tatsächlich zu „konkret mehr Raum“: Ortsspezifische Installationen in der Osnabrücker Altstadt markieren den Fußweg zwischen Felix-Nussbaum-Haus, Kulturgeschichtlichem Museum und der Kunsthalle. Mit großer Akribie füllt beispielsweise der Schwede Michael Johansson den Torbogen des Heger Tors – einem Tetris-Spiel gleich – mit weggeworfenen Alltagsgegenständen (Koffern, Schränken, Radios oder Ähnlichem), so dass eine quadratische Öffnung als Durchgang entsteht. Passanten nehmen diesen „Umbau“ als humorvolle Verfremdung eines vertrauten, stark frequentierten Ortes wahr. Die geometrische Form des Durchgangs und die Farbwahl der Gegenstände werden als Verweis auf das Werk Vordemberge-Gildewarts erkennbar sein und auf die Ausstellung aufmerksam machen.