Jose Dávila

Jose Dávila: Joint Effort

Jose Dávila, Joint Effort, 2014, Kunsthalle Osnabrück, 2015. Courtesy Jose Dávila Studio & Galerie Philipp von Rosen  Leihgeber: Galerie Philipp von Rosen, Drees/ Cornehl.  Foto: Hermann Pentermann

Jose Dávila, Joint Effort, 2014, Kunsthalle Osnabrück, 2015. Courtesy Jose Dávila Studio & Galerie Philipp von Rosen Leihgeber: Galerie Philipp von Rosen, Drees/ Cornehl. Foto: Hermann Pentermann

Das Spiel mit physikalischen Kräften, mit Material, Formen und Oberflächen lassen die Plastiken des Bildhauers und ausgebildeten Architekten Jose Dávila leicht und dabei äußerst fragil erscheinen. Immer schwingen auch Anklänge an Werke der Minimal Art, Arte Povera oder Konkreten Kunst mit, etwa wenn gewichtige Marmorplatten durch eine einfache aber raffinierte Verstrebung in bedrohliche Schräglage gebracht werden. Anders als Richard Serra stellt Jose Dávilas Plastik jedoch die Balance mit technischen Hilfsmitteln her und erzeugt Spannung durch die Verknüpfung ungleicher Elemente und Sichtbarmachung physikalischer Kräfteverhältnisse.

Als plastische Raumzeichnung erinnert die dreidimensionale Konstruktion aus farbigen Stahlrohren Imperfect Circle an Künstler wie Norbert Kricke, Fred Sandback oder Eva Hesse. Dávila knüpft auch in dieser Arbeit sichtlich an Vorbilder der Moderne an, transformiert jedoch den abstrakten Kern solcher Ansätze in die Gegenwart. In seiner Kunst wendet er sich den Brüchen zu und reflektiert durch seine Materialwahl auf Architektur und Urbanität. Material ordnet Dávila nicht nur hinsichtlich ästhetischer Qualitäten kontrastreich neu, sondern er inszeniert wirksam dessen Konnotationen. An die Stelle des industriell geformten, jeglicher Handschrift baren Materials treten bei Dávila Werkstoffe aus unterschiedlichen Kontexten. Die Werke erhalten einen Bezug zu gegenwärtiger Wirklichkeitserfahrung, ohne narrativ zu sein. Dávila unterzieht Gestaltungsprinzipien der Konkreten Kunst einer kritischen Analyse, Form- und Gestaltgedanken der Moderne erscheinen in seinem Werk auf subtile Weise neu interpretiert.

Jose Dávila Kopie

Jose Dávila, Imperfect Circle, 2013, Edelstahl und Autolack, Kunsthalle Osnabrück, 2015. Courtesy Jose Dávila Studio & Galerie Philipp von Rosen Leihgeber: Galerie Philipp von Rosen, Drees/ Cornehl. Foto: Hermann Pentermann

Jose Dávila wurde 1974 in Guadalajara in Mexiko geboren. Architektur ebenso wie die amerikanische Minimal oder Konzept Kunst sind Bezugspunkte für Dávilas künstlerische Arbeit. Werke des Künstlers wurden u.a. im PS1 in New York, MAC in Wien, in den Kunstwerken Berlin, im San Diego Museum of Art oder Reina Sofia Museum in Madrid präsentiert. Er erhielt Stipendien der Andy Warhol Foundation, der Kunstwerke Berlin und des National Grant for Young Artists by the Mexican Art Council. Jose Dávila gehört zu den 100 Latin-American Artists, ed. Exit y Megastructures-Reloaded, die bei Hatje Cantz erschienen sind.

 

 

 

 

 

 

 

Portrait Jose Dávila 2 Kopie

*1974 , Guadalajara (Mexiko)

http://www.josedavila.mx

Text: Elisabeth Lumme